Kristin Kempe

Zur ewigen Erinnerung

 an meine Tochter

Projekt2

26.02.1985 – 06.09.2005

Kristin‘s Schulabschluss

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2001 beendete sie die Schule. Der Anfang eines wunderbaren Lebens.

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Hatten wir für sie gehofft.

Mutti und Vati wollte sie immer dabei haben. Krissi wollte das wir stolz auf sie waren — und das waren wir auch!

 

Abschlussparty mit ihren Freundinnen. Nach der Schule haben sich fast alle aus den Augen verloren.

Nach der Schule machte Kristin ein „soziales Jahr“ in Mansfeld in einem Seniorenzentrum. Vor allem mit Menschen umzugehen und zu helfen machte Kristin sehr viel Freude. Der Aspekt „zu helfen“ wurde ihr allerdings später zum Verhängnis.

 

 

Nachdem sie das Alter von 17 Jahren erreicht hatte und wir endlich eine Lehrstelle für sie hatten, konnte sie ihre Ausbildung als Krankenschwester beginnen. Schon immer war das für Krissi der absolute Traumberuf.

 

Gesagt, getan. Wir besorgten ihr eine Wohnung in Braunschweig und im September 2002 trat sie ihre Lehre an. Schon der Umzug dorthin fiel ihr sichtlich schwer.  Ganz allein in Braunschweig, ohne ihre geliebte Familie. Wir waren guter Hoffnung und sagten uns und ihr, das machst du schon. Mit der Zeit gewöhnt man sich an eine andere Umgebung, wird Freunde finden.

 

Die Arbeit machte ihr riesig Spaß. So wie wir es vermutet hatten. Jedoch bei ihren Wochenend-Besuchen merkten wir, dass das alles nicht so einfach für sie war. Jedes Mal fiel ihr der Abschied schwerer.

 

Sie wurde verschlossener und erzählte uns längst nicht mehr alles. Vor allem nicht, wie sie sich fühlte. Krissi muss wahnsinnig einsam gewesen sein. Und wir bemerkten es nicht.

Da Kristin noch nicht getauft war, ließen wir sie im April 2001 in Hettstedt in der Jakobi-Kirche taufen. Damit wollten wir ihre beruflich Zukunft etwas sichern und auch erweitern. Wir hofften, dass sie später einmal in einer kirchlichen Einrichtung Arbeit finden würde. Das war auch ihr Wunsch.

Krissi‘s 18. Geburtstag.

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Wie hat sie sich auf diesen Tag gefreut.

 

Endlich den Führerschein machen und Auto fahren.

Und das war ihr größter Stolz — ihr erstes Auto.

 

Es gehörte ihr —

ihr ganz allein, sie konnte es kaum fassen.

Bevor Krissi allerdings Autofahren konnte, musste sie nach Mansfeld arbeiten — im Seniorenheim. Da sie von uns zu Hause in Thondorf irgendwie nach Mansfeld kommen musste, musste sie sich etwas einfallen lassen. Geld im Überfluss herrschte bei uns ja schließlich auch nicht gerade.

Also war sie erfinderisch und bastelte an einem alten Moped herum. Sie lackierte es sogar selbst und wir alle waren stolz auf sie. Besonders sie selbst, denn damit schaffte sie sich ein kleines Stück Unabhängigkeit und Freiheit.

Auch mit Vati hatte sie viel Spaß. Eberhard, war nicht Krissi‘s richtiger Vater, aber es gab nie Probleme zwischen den beiden. Im Gegenteil für Kristin bedeutete Eberhard alles. Auch Vati hatte sie über alles gern. Sie unternahmen auch viel miteinander. So waren sie zum Beispiel allein Zelten, weil ich kein begeisterter Camping-Fan bin. Er war immer für sie da, wenn sie ihn brauchte und das wusste Kristin. Für Eberhard war Kristin‘s Tod ebenfalls ein schwerer Schlag.

Ich glaube am meisten bereitete den beiden das Baden von Krissi‘s Hund „Chucky“ Spaß. Sie liebte diesen Hund über alles.

Den Hund haben wir immer noch. Er lebt bei uns zu Hause — Kristin leider nicht mehr.